Wann ist ein Kommentar Spam?
Veröffentlicht am | Januar 27, 2012 | 6 Kommentare
Vor ungefähr einer Woche habe ich auf meinem Suchmaschinenblog in einem Beitrag meine Sicht auf das Thema Spam – in Hinblick auf Kommentarspam von Agenturen - dargelegt. Genauer habe ich darin Bezug zu einem Kommentar genommen, der von einer SEO-Agentur verfasst wurde. Als überaus dreist empfand ich dabei weniger den Spamkommentar als solchen, sondern den Umstand, dass die Website über jeden Link eine Weiterleitung eingerichtet hat und sich der User auf der Suche nach einem Linkbuilding-Paket auf einer Liebesquiz-Seite wiederfindet.
Darum soll es in diesem Beitrag jedoch nicht gehen. Thema an diesem Freitag, dem Webmasterfriday, ist: Wann ist ein Kommentar Spam?
Gehen wir für die Lösung der Frage wieder etwas strukturierter vor. Denn eine im Thema enthaltene Frage zielt darauf ab, welche Tipps und Tricks man Neulingen mit auf den Weg geben kann. Somit möchte ich zunächst den Begriff Spam etwas genauer beschreiben.
Was ist Spam – Definition
Da ich mich an dieser Stelle nicht auf Wikipedia berufen möchte, versuche ich den Begriff über seine Beschreibung definieren zu können.
Klar ist, dass das Wort Spam aus dem englischen kommt und gemeinhin auch als Junk bezeichnet werden kann. Es bedeutet soviel wie “Plunder” oder auch “Abfall”. Anders als beim normalen E-Mail-Spam ist das Hauptaugenmerk auf den Google-Crawler gerichtet, über den man in den Kommentaren ein Keyword manifestieren zu können. Zudem erhofft man sich durch das Setzen solcher Kommentare einen “natürlichen” Backlink zur eigenen Seite.
Ein solcher Kommentar bietet jedoch für den echten Besucher einer Seite keinen Mehrwert, denn sind stets eine bloße Aneinanderreihung von Keywordphrasen und massenhaft Links.
Wie geht man mit Spam um?
SPAM ist für mich ein lediges Thema. Es gibt zeitweise Momente in den ich gern den Blog schließen würde. Dann scheint irgendwo auf Fass aufzugehen und Abermillionen von dubiosen Spaminhalten werden ausgeschüttet. Mich (also damit ist dieser Blog gemeint) trifft dann eine regelrechte Spamwelle. Komisch daran ist, dass es mir nur auf diesem Blog so geht. Alle anderen Projekte laufen größtenteils ohne Massenüberflutungen. Doch in der Regel schaffe ich es mittels Plugins und Moderationen die Oberhand im Kampf gegen den Spam zu haben. Diese Möglichkeiten des Spamschutzes möchte ich euch gern zeigen.
Moderation von Kommentaren
Eine überaus einfache und relativ unkomplizierte Lösung des Spamproblems liegt in der Moderation aller auf einem Blog eingehenden Kommentare. Auf diese Weise hat man als Admin stets den Überblick und kann bereits vor dem erscheinen eines Beitrages entscheiden, ob der jeweils getätigte Kommentar inhaltsfördernd oder doch schädlich und unbrauchbar ist.
Solange auf einem Blog an einem Tag weniger als 50 (nur ein Richtwert) Kommentare eingehen, kann man sich für diese Variante der natürlichen Spamaussonderung entscheiden. Problematisch wird es folglich, wenn der Wert deutlich über diese 50 steigt. Dann hat man bereits nach drei Tagen Abwesenheit über 150 zu bewertende Kommentare.
Die Einordnung wird durch die zunehmende Raffinesse und Ausklügelung solcher Kommentare immer schwieriger. Das zeigt das gerade aufgeführte Beispiel sehr gut. Das ACTA in dem Zusammenhang um den Internetprotest gegen SOPA zu einem überaus starken Keyword wurde, ist nicht weiter verwunderlich. Mir fiel die Einordnung dieses Kommentars doch relativ schwierig. Gelöscht habe ich ihn schlussendlich dennoch.
Askimet Anti-Spam (WordPress Plugin)
Wem die Zeit oder der Antrieb für die Moderation der Kommentare fehlt, dem sei das WordPress Plugin Askimet Anti-Spam ans Herz gelegt.
Dieses simple Plugin filtert nach der Bestellung der Plugin API (kostenlos) jegliche fragwürdigen Kommentare heraus. All jene, die Askimet direkt herausgefiltert hat, werden nach einem Monat automatisch gelöscht. Kommentare die das Plugin als Spam identifiziert aber nicht zu 100 Prozent herausfiltern konnte, werden noch einmal extra abgelegt. Über diesen “Pool” kann man diese Beiträge noch einmal manuell prüfen und gegebenenfalls per Hand löschen oder als spamfrei erklären.
Math Comment Spam Protection (WordPress Plugin)
Die letzte von mir genutzte Möglichkeit um mich vor Spam zu schützen ist das Plugin Math Comment Spam Protection. Auf sehr vielen Blogs und Websites sieht man Captchas. Plötzlich muss krakelige Buchstaben entziffern um über das Kontaktformular eine Nachricht versenden zu können.
Wirklich human und angenehm ist die Math Spam Protection. Mittels dieses Plugins muss der kommentierende Besucher zur Bestätigung des Kommentares eine kleine, aber einfache Rechenaufgabe lösen. Dadurch verringert sich der Spamanteil auf einem Blog erheblich. Kommentare wie “Toller Beitrag” sind dann auch nur noch die Ausnahme, weil sie diese “interessierten Leser” zu schade für die Lösung der Aufgabe (5+3) sind.
Unnütz oder nicht …
Letztlich bleibt noch die Frage zu klären, welche Form von Kommentaren für mich als Spam gelten und welche nicht. Das ich sämtliche Beiträge in diese Schublade verfrachte die mit Links und der Aneinanderreihung von Keywords versuchen in die Kommentarsektion zu kommen, ist denk ich mal nachvollziehbar. Darüber hinaus kennt man Äußerungen wie “Toller Beitrag” oder “Danke für diese Informationen” nur zu gut. Solche “Meinungen” fliegen bei mir direkt in den Papierkorb.
Ich meine, ich setze mich vor den Screen, überlege mir worüber ich erzählen könnte und recherchiere um jeden Beitrag unique und informativ machen zu können. Wenn mir dann jemand entgegnet “Danke für diesen Beitrag”, dann könnte ich direkt und auf der Stelle aus der haut fahren. Sofern solche Kommentare ehrlich gemeint sind, frage ich mich, wie solche Leute im täglichen Leben kommunizieren.
Das interessanteste und zugleich spannendste am Alltag ist sich mit anderen Menschen unterhalten zu können. Geschichten erzählt zu bekommen. Miteinander zu reden. Wenn mir Jemand von seinen neuesten Erkenntnissen im Bereich XY erzählen würde, wäre meine erste Antwort sicherlich nicht “Danke für diese Information”. Man hat doch – möchte ich meinen – immer eine Meinung. Aus diesem Grund erachte ich solche Kommentare als Müll. So werden sie auch behandelt und sogleich in den Papierkorb geschoben.
Bevor ich nun aber endgültig aus der Haut fahre oder meinen Puls auf 180 bringe, setze ich einen Schlusspunkt und wünsche euch einen angenehmen Start ins Wochenende. Die passende Musik liefere ich gleich mit ;-)
In ähnlicher Weise darüber berichtet haben auch:
- Spam im Blog: Eine unendliche Geschichte
- Ab wann ist ein Kommentar nur noch SPAM?
- Kommentar Spam: Was ist Spam und wie damit umgehen?
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Kommentare
6 Antworten zu “Wann ist ein Kommentar Spam?”
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Januar 27th, 2012 @ 14:53
Hallo Patrick,
da hast du wieder mal einen sehr guten Artikel verfasst, der wie immer den Nagel auf den Kopf trifft.
Trotzdem muß ich dich auf einen kleinen Fehler aufmerksam machen:
Das Plugin Askimet ist nach Meinung vieler nicht Datenschutzkonform! Dazu ein Link zum entsprechenden Artikel von WordPress Deutschland:
http://blog.wpde.org/2011/04/20/akismet-und-datenschutz-einwilligung-per-opt-in-notwendig.html
Ich würde jedem Blogger raten, auf dieses Plugin zu verzichten und stattdessen Antispam Bee von Sergej Müller zu verwenden:
http://playground.ebiene.de/antispam-bee-wordpress-plugin/
Dieses funktioniert einwandfrei und hat auch dementsprechend gute Bewertungen bekommen.
Eine weitere Möglichkeit gegen Spam auf einem deutschsprachigen Blog ist, daß man eben nur deutschsprachige Kommentare zuläßt. Das kann man bei Antispam Bee ebenfalls einstellen.
Die dritte von mir verwendete Möglichkeit ist, daß Kommentare mit mehr wie 3 Links erst einmal in den Spamordner kommen, um dann eventuell “von Hand” freigeschaltet zu werden.
Nun bin ich gespannt, was mit meinem Kommentar passiert wegen der beiden Links! ;-)
Grüße aus TmoWizard’s Castle
Mike, TmoWizard
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Januar 27th, 2012 @ 16:44
Hallo Patrick,
ich bin bis dato immer noch unschlüssig, ab wann ein Kommentar als Spam einzustufen ist. Zwar blogge ich nun schon seit Äonen (und neige dabei zu sanften Hyperbeln), aber ich finde es derzeitig wahrlich kompliziert, einen Kommentar, der eine Meinung transportiert, von einem zu unterscheiden, der sich lediglich “platzieren” möchte.
Gerade bei Phrasen, die Du auch ansprichst, á la “Toller Beitrag” oder “Schöner Artikel” finde ich es recht unbefriedigend, das Ganze einfach in den Mülleimer zu schieben.
Außerdem gab/gibt es bei mir mittlerweile vermehrt Beiträge in englischer Sprache, bei denen ich dann gar nicht mehr weiß, ob nun Kommentar oder eben nicht. Klar, bei Schlüsselwörtern ist das kein Problem, manchmal sind es aber “reale” Nachfragen und das erschwert das ungemein.
Vor allem, da ja mittlerweile jeder Zweite auf sprechende Domains setzt – wie auch ich – und plötzlich ist es kompliziert, ob nun dieser “Geld-Blog” real oder eben für die Tonne ist…
Beste Grüße
ich
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Januar 27th, 2012 @ 20:04
@Mike
Stimmt, jetzt wo du es erwähnst, fällt mir diese Debatte auch wieder ein. Und da du das Plugin vom Sergej so schön verlinkt hast, werde ich es nachher noch in meinem Artikel erwähnen. Habe nämlich ganz vergessen, dass Anti Spam Bee vom Sergej ist. Und wir alle wissen, dass es sich hierbei um einen deutschen Entwickler handelt. Also sollte man ihn dann auch unterstützen. Zu mindestens habe ich ihn bei allen anderen Plugins auf dem Schirm gehabt.
Tcha, dein Kommentar ist wie zu erwarten war erst einmal in den Spamordner gewandert (2 Links). Nunja, wie du siehst, habe ich ihn wieder hervorgeholt und bestätigt. ;-)
Liebe Grüße
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Januar 29th, 2012 @ 21:22
Hallo, wiedermal langer Artikel, musste kurz eine Pause einlegen ;)
Die Biene ist fleißig und musste an einem Tag bei mir 169 Spams blocken. Bald kommt eine neue Version mit mehr Einstellungen. Obohl diese schon einwandfrei funzt.
Grüße,
Alex
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Januar 30th, 2012 @ 13:51
Hallo Alex,
ja, ist wieder einmal länger geworden als eigentlich angedacht. Aber was soll man machen, wenn man von der Schreiblust gepackt wird.
Leider habe ich dieser Tage nur Zeit für die Beantwortung eines Kommentares.
Ich werde mir dann mal das fleißige Bienchen zulegen ;-) Danke für den Hinweis mit dem Update.
Beste Grüße aus Frankfurt,
Patrick
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Februar 21st, 2012 @ 10:26
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