Sollten SEOs sich mit SocialMedia befassen?
Veröffentlicht am | Juli 26, 2010 | 6 Kommentare
Wie so oft liegt diese Frage mal wieder im Auge des Betrachters. Fest steht nur eines: Nur weil SEO und SMO beide mit einem S beginnen und mit einem O enden, bedeutet dies noch lange nicht, dass jeder SEO zwangsläufig auch SMO anbieten muss, kann oder soll. Über das SocialMedia Dilemma habe ich kürzlich schon im rankingCHECK Blog geschrieben. Grundtenor: den Meisten Menschen fehlt es an der Kompetenz eine SocialMedia Kampagne strukturiert zu planen und umzusetzen.
Martin Weigert von Netzwertig hält den SocialMedia Trend für überhitzt. Es sei Das große Thema in Unternehmen. Dem kann ich nicht zustimmen. Ich habe mit etlichen Geschäftführern von Internetplattformen darüber gesprochen. Während ich die Ergebnisse meiner Umfrage noch strukturiere hier eine Zusammenfassung:
Man hält SocialMedia für überbewertet und teuer. SocialMedia als Dienstleistung extern einzukaufen sei aus mehreren Gründen problematisch:
- Externen Dienstleistern fehlt es an internem wissen über das Unternehmen, seinen Strukturen, seinen Mitarbeiter und seinen Produkten
- Die Interaktion mit dem Kunden auf SocialMedia Kanälen sei schwierig und nicht überschaubar. Dadurch könne es zu unkalkulierbaren kostenrisiken kommen.
- Die Reaktionen der Menschen sind nicht vorhersagbar. So kann es bei offenen Dialogen zu schwer lösbaren Konfliktsituationen kommen, die nicht unbedingt öffentlichkeitstauglich sind
Um das ganze intern innerhalb des Unternehmens abzubilden müssten wiederum personelle Resourcen geschaffen werden, die aus oben genannten Gründen ebenfalss nicht kalkulierbar sind. Interessant fand ich in diesem Zusammenhang auch, dass es offenbar auch Unternehmen gibt die SEO für deutlich überbewertet halten. Bei näherer Betrachtung sei die für Linkaufbau erforderliche Manpower mindestens so teuer wie die Erzielung der selben Konversionsraten mittels der Buchung von AdWords.
Kommen wir zurück zu meiner Ausgansfrage: Sollte sich ein SEO nun mit SocialMedia Fragen beschäftigen? Meiner Ansicht nach kann er es versuchen. Ich sehe hier allerdings das Hauptgeschäft eher im Schulungsbereich. Wird man dann doch mal mit der Planung einer “Kampagne” beauftragt, sollte der Aufwand keinesfalls unterschätzt werden. Organisatorische Fragen der Unternehmenskommunikation müssen unbedingt vorher mit dem Kunden abgesprochen werden. Zuständigkeiten sind klar zu definieren. Ebenso wie die Frage: Was versteht man eigentlich unter SocialMedia? Konkret würde dies bedeuten, die betreuten Channels (Twitter, Facebook, Produktbewertungen, etc.) sowie die Reaktionszeiten festzulegen. Eine Einbindung in die Prozesse des Unternehmens von der Produktentwicklung über das Marketing bis hin zur Buchhaltung ist unerlässlich für ein Gelingen der Kampagne. Darüber hinaus zählt vor allem eines: Der menschliche Faktor. Menschen kommunizieren nicht mit Unternehmen. Sie kommunizieren mit Menschen. Das sollte auch deutlich werden. Wer Twitter nur als Einwegfeedspender versteht wird keine nennenswerten erfolge erzielen. Außer dem, dass er seine Kunden nur auf einem weiteren Kanal unnötig bombardiert. Hierfür benötigt man aber keinen SocialMedia Experten. Dafür reicht ein Twitter-Bot.
In diesem Sinne. Überlegt Euch genau ob ihr eine wirklich saubere SMO-Kampagne auf die Beine stellen könnt und welche Resourcen dafür vonnöten sind. Und in der zwischenzeit geht das Thema Strukturiert an und lest ein paar Bücher.
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- » Webmasterfriday: Wieviel Social Media braucht ein Blog?
Kommentare
6 Antworten zu “Sollten SEOs sich mit SocialMedia befassen?”
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Juli 27th, 2010 @ 16:34
Schöner Beitrag zu einem Thema mit dem wir uns auch beschäftigten. Es steckt eben mehr dahinter, als man glauben mag….
http://www.seo-gold.de/suchmaschinenoptimierung-fur-entscheider/social-media-vor-seo/
Juli 28th, 2010 @ 02:25
Also ich schlage mich auf die Seite derer die sagen daß dies nur ein Hype ist und wieder abflaut. Bei solchen Trends denken immer alle Firmen sie müssen unbedingt dabei sein. Da fällt mir auch gleich Second Life ein, alle möglichen Firmen mussten dort unbedingt rein… und jetzt?
Die Sache wird sich nivellieren, solche Hypes platzen irgendwann wie eine Blase und dann pegelt sich alles auf einem niedrigeren Level ein. …warum kommt mir gerade der Internet-Börsen-Hype von vor 10 Jahren in den sinn..? …merkwürdig.. ;-)
Wie auch immer, wie langs noch weiter hype’t bzw. wann es BOOM macht kann niemand sagen, aber wir werden’s merken wenn’s soweit ist… :-)
Juli 28th, 2010 @ 20:01
[...] Deeblog – Sollten SEOs sich mit SocialMedia befassen [...]
Juli 30th, 2010 @ 19:25
Ein sehr schöner Artikel lieber Jakob, aber dazu später dann mehr ;-), jetzt möchte ich meinen Senf einfach mal dazugeben.
@Webmaster-IMHO
Ich denke, dass man das nicht so einfach sagen kann und zwar aus einem einfachen Grund. Vor einigen Jahren war das Internet etwas neues. Man konnte Mails verschicken und seine Finanzen am PC überprüfen (OnlineBanking) Jetzt schauen wir mal, was wir heute haben. Da nenne ich einfach mal die Social Networks (Twitter, Facebook, Blogs usw) die nicht unwesentlich die neue Situation im Netz zeigen. (Ich verweise dich hier einfach mal an den ersten Artikel von Jakob: http://www.deeblog.de/2010/07/dieser-beitrag-liebt-dich-uber-die-emotionalisierung-des-web/) Das zeigt zum einen die veränderte Einstellung gegenüber der sozialen Medien.
Weiterhin darf man nicht vergessen, dass es hierbei nicht nur um irgendwelche Website oder Ideen geht, wie man das Web besser gestalten kann, mehr Geld verdient oder sonst etwas. Es geht hierbei um mehr als das. Hier stecken zum Beispiel Anwendungen dahinter (Handytechnologie – Wechles Smartphone kommt heute ohne Apps und einer Internetverbindung aus?) Als Hype würde ich es mit Sicherheit auch abstempeln, wenn es sich nur auf diesen Bereich beziehen würde.
Gut, du magst jetzt vielleicht sagen, dass auch die Dauerwelle ein Hype war. Alle wollten sie und jetzt will sie keiner mehr.
Ein Hype ist für mich etwas kurzlebiges. Bei dem Andrang den wir gerade verzeichnen können, glaube ich, dass dieser Prozess doch ein langwirieger ist und sein wird, weshalb ich die Social Media Aktivitäten und dami verbunden die Social Media Optimization als sehr nützlich und wichtig erachte, ebenso wie die Suchmaschinenoptimierung.
Und dass nicht unbegründet. Auch in diesem Jahr kauften wieder mehr Menschen Online als im vergangen Jahr. Solche Dingen sollte man und darf man nicht mehr vernachlässigen.
Liebe Grüße
August 4th, 2010 @ 18:39
Also in meinen Augen ist Social Media ein Teil von SEO und genau deswegen habe ich bei mir dazu auch einen Artikel dazu geschrieben.
http://www.webmatr1x.de/social-media.html
guter Artikel und natürlich werden auch hier mal wieder die Meinungen auseinander gehen aber das ist der Sinn und Zweck eines Kommentarfeldes :-)
Grüßle
August 9th, 2010 @ 19:29
@webmatr1x
werde deinen Artikel gleich mal durchlesen. Danach werde ich dein Kommentarfeld auseinandernehmen – kleiner joke ;-)
Stimmt, eine Diskussion gehört in die Kommentarfelder und bei diesem Thema könnte man sicher gut diskustieren.