Bollwerk Facebook – Wie Facebook zur Bedrohung wird
Veröffentlicht am | Juli 23, 2010 | 7 Kommentare
Die Meldung ging binnen von Minuten um die Welt: 500 Millionen Facebook-Nutzer erreicht. Der liebe Herr Zuckerberg wird sein Grinsen sicherlich nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Man stelle sich 500 Millionen einmal in anderen Beispielen vor. Deutschland hat 82 Millionen Einwohner, das heißt, dass mehr als 6 mal so viele Einwohner wie Deutschland hat, bei Facebook Mitglied sind. Facebook hat aber auch mehr Mitglieder, als Nordamerika Einwohner hat. Das macht Facebook zu einem Bollwerk, einem eigenen Kontinent im World Wide Web. Gut, es nutzen zwar “nur” 200 Millionen Menschen Facebook täglich und einer Studie zur Folge 1o Millionen Deutsche Facebook mindestens monatlich.
Diese Zahlen sind beachtlich und sollten zum Nachdenken anregen. Der ein oder andere hiesige Social Network-Manager wird seine Angst bald nicht mehr verstecken können – zu Recht. Denn eines ist sicher: Facebook bleibt so schnell nicht auf diesem Level stehen, was es jeden Tag der vergeht zu einer größereren Bedrohung für alle anderen sozialen Netzwerke macht.
Es ist noch gar nicht so lang her, da ging die deutschsprachige Version von Facebook online. Das war der Startschuss für eine Aufholjagd für die deutschen Netzwerke, wie etwa studiVZ, Lokalisten & Co. Zwischenzeitlich konnte sogar das Netzwerk Wer-kennt-wen? einen schnelleren Wachstum verzeichen als Facebook es konnte. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die nachfolgende Grafik verweisen, die die aktuellen Marktanteile deutlich macht.
Facebook vereignigt ein drittel der Internetbevölkerung
Dieser Grafik, die ich auf w3b.org gefunden habe, ist im Prinzip nichts mehr hinzuzufügen. Facebook platziert sich wie bereits zu erwarten war auf Platz 1. Mit großem Abstand folgen die Netzwerke Xing und Wer-kennt-wen? Wesentlich interessanter ist jedoch die Nutzung von Facebook, die ebenfalls in der Grafik dargestellt ist. So wird deutlich, dass über 50 % das Netzwerk überhaupt nicht nutzen. Gerade einmal 17% sind aktiv auf der Plattform tätig.
Facebook als beliebteste Plattform für Networker
Noch interessanter wird es, wenn man sich das Nutzerverhalten der Networker anschaut, was in der folgenden Grafik sehr schön dargestellt ist.
Hier ist die Entwicklung, der Wachstum und die aktuelle Position von Facebook sehr deutlich zu sehen. So kann studiVZ gerade einmal halb soviel Traffic generieren wie das “Vorbild” aus Übersee. Es wird ebenso sichtbar, dass während die Kurve zu Facebook wächst, die Kurven der anderen Netzwerke jedoch fallen. Anhand dieser Grafik lässt sich eindeutig sagen, dass sich das Wachstum von Facebook negativ auf alle anderen Netzwerke auswirkt und sie letztlich zu Fall bringen könnte. Damit stellt sich mir folgende Frage:
Wächst Facebook zu Lasten der anderen Social Networks?
Die Antwort lautet: Ja! Heute ist jeder Dritte Mitglied bei Facebook. Sollte dieser Jemand noch kein Mitglied sein, wird er sich über kurz oder lang dazu entscheiden, sich ebenfalls anzumelden. Dort findet man alle seine Freunde und kann gelegentlich Farmville spielen. Meldet man sich dieser Tage auf einem anderen Netzwerk an, findet man dort weniger Freunde und wenn, dann sind dieser dort nicht mehr präsent, weil sie ebenfalls Facebook nutzen.
Die Frage ist doch, warum wächst Facebook so stark bzw. warum ist Facebook beliebter als die anderen Netzwerke? Ganz einfach. Einen Grund habe ich bereits erwähnt. Die eigenen Kontakte nutzen überwiegend Facebook. Aber es gibt sicherlich nicht nur eine Grund. Ich habe einmal versucht eine Liste zu erstellen, warum Facebook so erfolgreich ist.
- Die eigenen Kontakte nutzen überwiegend Facebook
- Einige Netzwerke wie z.B. Lokalisten imitieren Facebook (Warum sollte man dann nicht gleich zum Original wechseln?)
- Möglichkeit zum Erstellen umfangreicher Fanpages und Gruppen
- Übersichtliche Timeline (Wichtig für Social Media Marketing)
- Größter “Absatzmarkt” für potenzielle Kunden
- Internationalität (Freundschaften zu Leuten aus den Winkeln der Welt)
- Einfaches Posten von Nachrichten, Videos, Musik, Links
- integrierte Chatfunktion (schnelle Kommuniktion mit Freunden möglich, ohne Instant Messenger)
Das nur mal so als grobe Auflistung. Wenn euch noch weitere Gründe einfallen, dann immer her damit, ich werde die Liste erweitern.
Doch man sollte neben der Kritik an Facebook die Möglichkeiten nicht vergessen, die aus meiner Liste folgen. Die meisten von euch werden wie ich auch ihre neuesten Blogposts auf ihrem Profil anzeigen lassen. Daher sollte man Facebook als Trafficlieferant nicht vergessen und schon gar nicht vernachlässigen. Neuerdings findet man auf fast jedem Blog eine Fanbox, von keinem geringeren Netzwerk als Facebook.
Es ist nicht immer einfach zu differenzieren. Vor allem dann nicht, wenn man sich auf einer zweischneidigen Klinge bewegt. Sollte man Facebook den Rücken zuwenden, weil man diesen Wachstum nicht weiter unstützen möchte und dadurch den kleinen Netzwerken wieder mehr Luft zum Atmen zu geben, oder sollte man wie gehabt weitermachen? Welchen Weg sollte man gehen?
Für einen “normalen” User keine schwer zu beantwortende Frage. Er ist glücklich, wenn er seine Spiele spielen, seine Statusmeldungen posten und Video und Links veröffentlichen kann. Generiert man über Facebook aber einen nicht unerheblichen Traffic, lässt sich die Frage schon nicht mehr so einfach beantworten. Was meint ihr dazu?
loading...
loading...
Ebenfalls Lesenswert
- » Reloop Digital Jockey - Interface Edition Professioneller USB/MIDI-Controller für DJs mit USB-Audio-Interface
- » The Digital Story Of The Nativity
- » Der offline Trend
- » MySpace übernimmt Musikportal Imeem
- » Haefft.de ist Offline - Daten für jedermann
Kommentare
7 Antworten zu “Bollwerk Facebook – Wie Facebook zur Bedrohung wird”
Hinterlasse einen Kommentar


Juli 23rd, 2010 @ 17:01
Wie Facebook zur Bedrohung wird…
Lesenwerter Artikel über die Frage ob Facebook die anderen Netzwerke zerstört. Um ganzen Beitrag zu lesen, unten dem Link folgen: Auszug: Die Meldung ging binnen von Minuten um die Welt: 500 Millionen Facebook-Nutzer erreicht. Der liebe Herr Zuckerberg…
loading...
loading...
Juli 23rd, 2010 @ 19:27
Tja, scheints als kommt man an facebook nicht vorbei.. Wie gesagt: so scheint’s..
Aber Fakt ist doch, dass die meisten User Mit Internet-Zugang nicht nur in einem Social Network sind, sondern in mehreren. Das liegt schon allein an der Zielsetzung, und was die Netzwerke bieten.
Facebook bietet dümmliche Spiele und Kommentarblasen auf Twitter-Niveau. Xing ist eher für den kommerziellen Businessbereich, und die VZ Ableger haben auch ihren Sinn. Ich persönlich finde die VZ SoNet was die angeboteten Leistungen angeht besser als facebook. Allerdings schafft facebook es sich gut zu vermarkten. Auf meinem neuen Handy war z. Bsp. die facebook Software vorinstalliert. Keine Spur von anderen SoNets. Und meistens nutzt man ja die Sachen, wenn’s denn kostenlos ist. Aber davon abzuleiten, dass facebook besser ist? Nööö. davon spricht ja auch die bescheidene Zahl nachweislich aktiver Mitglieder.
loading...
loading...
Juli 23rd, 2010 @ 22:42
Ich halte grundsätzlich nichts davon, wenn ein einzelner zuviel zu sagen hat. Konkurrenz belebt schließlich das Geschäft!
loading...
loading...
Juli 24th, 2010 @ 12:27
@peter
Lieben Dank für Deinen Kommentar. Gerade habe ich Deinen Kommentar auf Onlinelup gelesen und dachte mir, ich würde auch gern mal über so einen langen und netten Kommentar auf meiner Seiter stolpern. Siehe da! Du hast meinen “Wunsch” erhört.
In meinen Beiträgen zuvor, bin ich auf diese Thematik immer mal wieder eingegangen, weshalb ich aus diesem Grund die Sichtweise eines Networkers offen gelassen habe.
Sehe es auch so wie Du. Wer etwas sagen möchte, sprich etwas vermarkten möchte, der nutzt verschiedene Kanäle und greift nicht auf einen zurück. (Gut, es gibt Ausnahmen, wie man gerade am Rückzug von FHM sieht, aber nungut.)
Was Facebook als Kanal an sich angeht muss ich sagen, man sollte sich vorher überlegen, welche Freunde man “sammelt”. Ich habe dort auch Schulkameraden als Freunde. Wenn ich mal ein ernstes Thema anspreche, das aber meine Bloggerkontakte betrifft, fangen einige an, dämliche Kommentare darunter zu schreiben. Wenn dann diejenigen, die ich ansprechen wollte, das sehen, kommentieren sie gar nicht erst. Ich hasse sowas. Meine Musikkontakte bleiben da wenigstens ruhig.
Wie schon gesagt, es gibt diese und jene. Die, die ihre Spiele spielen und nicht sehen, dass ich Facebook auch als Netzwerk nutze, um Businesskontakte zu knüpfen, Informationen auszutauschen usw.
Liebe Grüße
loading...
loading...
Juli 24th, 2010 @ 12:29
@Peter Jallinger
Sehe ich genauso. Wie Peter von Dir schon gesagt hat, nutzt man als Networker verschiedene Kanäle und ist auf ihnen präsent, statt sich nur um ein Netzwerk zu kümmern, es denn, man möchte lediglich die eigenen Schafe füttern. ;-)
loading...
loading...
Juli 26th, 2010 @ 08:34
Hi Patrick, ist vielleicht ein bisserl out of Topc, weil ich auf das Thema Kommentare komme.
Joo, das mit den langen Beiträgen ist so’ne Sache.. Habe da auch schon mal Schelte bekommen, weil ein Blogbetreiber das nicht als Kommentar empfand, sondern als ‘Blogeintrag’. Scheint’s als würden ausführliche Erklärungen nicht immer gern gesehen sein. Überhaupt: Das Thema Kommentare. Manchmal bin ich da auch etwas genervt, weil die Leute zwar kommen und lesen, aber nicht bereit sind mal ein einziges Wort zu kommentieren. “Ich hab von dem Thema keine Ahnung”, “ich habe dazu keine Meinung”, kommt dann, wenn man Sie denn mal drauf anspricht bzw anschreibt. Klar. wenn man einen rein technischen Blog mit eng umrissenen Thema unterhält, kann es schon mal sein, dass Zufallsbesucher nichts schreiben (oder wenn Sie was schreiben, ist es totaler Quark ;-)) – aber auf einem Multithemenblog? Mal ehrlich – wenn jemand weder zu Politik, Sport, Essen oder Technik eine Meinung hat, den brauch ich nicht unbedingt auf meinem Blog..
loading...
loading...
Juli 30th, 2010 @ 18:07
@Peter
Dem habe ich eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Deeblog ist nunmal ein sehr themenvisierter Blog. Ich versuche meinen roten Faden möglichst mit jedem Beitrag einzuhalten. Wenn ich jetzt anfangen würde, das Themenspektrum auf Essen und Co zu erweitern, würde ich mir selbst ein Grab schaufeln.
Dann bin ich einer von diesen “Experten” im Mittagsprogramm bei RTL, die sagen können, dass Tomatensauce rot ist. Ich möchte hingegen ein anderes Ziel verfolgen. Einen Expertenstatus bekommt man sicher nicht, wenn man über Gott und die Welt schreibt.
Um zum Thema zurückzukommen, es war auf jedenfall ein Kommentar, der nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hatte ;-)
Liebe Grüße
loading...
loading...