Blekko – Mit Slashtag und Transparenz zum Erfolg

Donnerstag, Juli 22, 2010 8:00
Abgelegt unter News, SEO

Blekko - Suchmaschine ohne KillerinstinktDie Entdeckung der Woche hat einen Namen: Blekko. Dahinter versteckt sich eine Suchmaschine, die alles andere will, als dem Suchmaschinengiganten Google den Rang streitig zu machen. Die Entwicklicker der Suchmaschine wollen das Web auf eine anderen Art und Weise revolutionieren, einer bisher nicht gekannten. Wie viele andere zuvor auch, braucht das Startup, dass nunmehr von 2,5 Jahren (2007) gegründet wurde, jede Menge Mut, um auf dem Markt als Konkurrent des Platzhirsches aufzutreten. Viele von ihnen sind sang und klanglos untergeganen. Damit würde Blekko gegen zwei größen in den Ring steigen, die eine gnadenlose Übermacht darstellen.

Google wartet mit einem Marktanteil von 65% auf. Auf Platz 2 hat es Yahoo verschlagen, gefolgt von Microsoft, die Millionen ausgeben, um im Spiel zu bleiben, obwohl Bing gerade positive Zahlen verbuchen kann. Dennoch, ich glaube, dass Blekko ein Konzept liefert, das durchaus erfolgversprechend sein kann. Kann Blekko da ansetzen, wo andere versagt haben? Darauf möchte ich in diesem Artikel etwas näher eingehen.

Was unterscheidet Blekko von anderen?

Im Prinzip funktioniert die Suchmaschine wie andere – Google – auch. Es ist eine vollständige Web-Suchmaschine, die ebenfalls Millionen von Websiten crawlt. An diesem Punkt haben die Entwickler angesetzt. Sie wissen, dass Google darauf abzielt einen übermächtigen Index zur Verfügung zu stellen. Zudem liegt die Kernkompetenz im Relevanz-Ranking sowie in der Schnelligkeit der Suche. Man weiß das und man möchte auch nicht versuchen dagegen anzukämpfen. Um dem entgegenzuwirken, hat man sich an dieser Stelle etwas einfallen lassen, dass die Suche nicht nur interessanter, sondern auch zielgerichteter gestaltet. Der Zauberwort in diesem Zusammenhang heißt: Slashtags. Weiterhin setzt Blekko auf Transparenz, statt auf Geheimniskrämerei.

Blekko - Suchmaschinenmaske

Suchmaschinenmaske von Blekko

Slashtags – Slash the Web

Slashtags sind eine für Blekko eigens entwickelte “Schrägstrichwörter” (slash = Schrägstrich). Suchanfragen sollen nun künftig mit Hilfe der Slashtags eingeschränkt werden. Dabei gibt man den gewünschen Suchbegriff in die Maske ein und fügt z.B. “/news”, “/blogs”, “/people” ein und aktiviert somit einen Filter, der in den Suchergebnissen letztlich nur Meldungen zum gewünschten Slashtag auflistet. So erscheinen beim Slashtag “/news” lediglich die letzten Nachrichten zum gesuchten Begriff.

Blekko - Erfinde deinen eigenen Slashtag

Quelle: techcrunch.com - Erstellen eines eigenen Slashtags

Blekko bietet an dieser Stelle von sich aus hundert Slashtags an, die aber über kurz oder lang nicht ausreichen werden. Aus diesem Grund ermöglich Blekko dem User hier, seine eigenen Slashtags zu erstellen, die er dann mit einer dazugehörigen Seiten verlinken kann. Aus SEO-Sicht eine nicht gerade unbedeutende Veränderung. Da aber manuell vorgefiltert wird, sollen es reine SEO-Projekte schwer haben. Blekkos Marketingchef Michael Markson äußert sich hierzu auf seinem Blog wie folgt:

The SEO gamers, content farmers and link shoppers are not going to be happy. These guys are flooding the web with content designed to turn a profit, not inform, and the searcher pays the price. One company alone generates literally tens of thousands of pages every day that are solely designed to make money from SEO traffic. Slashtags are the perfect way to bypass them and search only the sites you like.

Übersetzt heißt das, dass es eben nicht einfach für SEO-Projekte sein wird und zudem manche Anbieter täglich automatisch hunderte von Webseiten generieren, um dadurch ihre Position in den Suchmaschinen zu verbessern.

Transparenz statt Geheimniskrämerei

Auch in diesem Punkt und besonders in diesem Punkt hält es Blekko gänzlich anders, als der Suchmaschinenriese Google. So kann man behaupten, dass Blekko Relevanz anders schreibt als Google, oder besser, Blekko versucht nicht die SEOs an der Nase herumzuführen um die ach so geheimen Algorithmen nicht verraten zu müssen und den Einfluss auf das Ranking einer Seiter so schwer wie möglich zu halten. Blekko hingegen setzt auf Transparenz. Soll heißen, dass die Suchmaschine von Anfang an mit offenen Karten spielen möchte und so die verwendeten Algorithmen sowie die zugrundeliegenden Daten preisgibt.

Einen kompletten Überblick gibt es auf Techcruch.com, die etwas tiefer und genauer die Materie begutachten konnten, als unsereiner: The Blekko Search Engine Prepares To Launch

Fazit

Ob Blekko eine Gefahr für Google darstellt kann man zu diesen Zeitpunkt bei besten Willen noch nicht prognostizieren. Fakt ist jedoch, dass Blekko mit einem Konzept auf die Bühne tritt, dass durchaus durchdacht ist und das Ganze etwas aufpeppt. Die Idee mit den Slashtags ist meines Erachtens nach nicht schlecht, ob es sich lohnen wird ist eine andere Frage, die ich gern nochmal aufgreifen kann und durchaus werde, wenn etwas Zeit verstichen ist und Blekko die Betaphase absolviert hat.

Weiterhin bleibt die Frage offen, ob es sich lohnt lediglich die Suche zu verfeinern, oder ob man doch etwas mehr verändern muss. Die Zukunft wird zeigen, ob mit Blekko eine weitere Suchmaschine sang- und klanglos verschwindet, oder ob wir mehr von ihr hören werden.

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2 Kommentare zu “Blekko – Mit Slashtag und Transparenz zum Erfolg”

  1. Jasmina sagte:

    Juli 22nd, 2010

    Ein durchaus interessantes Projekt, wenngleich ich aber glaube, dass es jedes Suchmaschinen-Projekt sehr schwierig haben wird auch nur annähernd Google den Rang abzulaufen. Es gibt ähnliche Projekte, wie bspw. http://www.smart-infosys.com/ , die versuchen, das Web neben Google mit semantischer Suche zu revolutionieren. Ich denke aber, dass sich Google früher oder später auch in diesen Konkurrenzbereich begeben wird. Trotzdem, guter Tipp! :) Viele Grüße

  2. PatrickW. sagte:

    Juli 22nd, 2010

    Auf jeden Fall. Wenn man diesbezüglich auch die derzeitigen Veränderungen bei Google herbeizieht, dann wird klar, dass sich Google auf einen solchen “Kampf” nicht einlassen wird. Die Sidebar ähnelt doch sehr stark der von Bing.
    So wird sich auch Google mit möglichen “Gefahren” auseinandersetzen und versuchen diese für sich zu optimieren. So wird jede Suchmaschinen, die es auch nur wagt gegen Krake Google in den Ring zu steigen, verlieren.

    Liebe Grüße auch an dich ;-)

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