Zensursula: Wie Facebook & Co die Politik bestimmen
Veröffentlicht am | Juni 2, 2010 | 2 Kommentare
Wir alle haben es mitbekommen. Horst Köhler kündigt seinen Deutschlandvertrag und tritt somit vom Amt des Bundespräsidenten zurück. Dabei hinterlässt er eine Lücke. Eine Lücke die geschlossen werden muss. Wer am geeignetsten für dieses Amt ist, wird gerade spekuliert und debattiert. Namen wie Schäuble, Lammert und Wulff betiteln seit nunmehr 3 Tagen die Titelseiten einer jeden Zeitung. Die wichtigste Rolle in dieser heißen Phase nimmt dabei Ursula von der Leyen ein, die als Favoritin für das Amt der Bundespräsindentin in das Renne gehen soll.
Nun sind wir aber in einer Gesellschaft angelangt, die ihre Meinung öffentlich macht. Und genau das ist vorgestern mit der Anmeldung der Facebook-Gruppe: “Zensursula – Not my President” geschehen (Habe auf Facebook Login schon darüber berichtet). Dort wird nämlich dazu aufgerufen sich gegen Von der Leyen zu stellen und ihr die Favoritenrolle nichtig zu machen.
Genau das ist der Punkt, wo aus einem “normalen” sozialen Netzwerk ein politisches Machtinstrument wird. Innerhalb von zwei Tagen ist die Gruppe auf über 13.000 Mitglieder angewachsen. So zeigt sich, dass die Menschen die sozialen Netzwerke wie eben Facebook, Twitter und Co dazu nutzen, um am aktuellen politischen Geschehen teilzunehmen. Da sich die Gruppe auch jetzt noch über steigender “Beliebtheit” erfreut, haben Bild.de und Handelsblatt.com über die Gruppe auf ihren Seiten berichtet – mit Erfolg, so waren es heut morgen lediglich 3.000 Mitglieder.
Ähnlich verhält es sich auch mit Meldungen auf Twitter. Man gebe lediglich hashtag #leyen oder #zensursula ein und siehe da, massig Meldungen und Meinungen zu bzw. gegen die Ministerin.
Grund für den Unmut
Als Familienministerin schrieb sich von der Leyen den Kampf gegen Kinderpornografie auf die Fahnen und setzte sich dabei vehement für Internetsperren ein. Viele technikaffine Nutzer unterstellten ihr, ein Zensursystem einrichten zu wollen. Daher rührt auch der Spottname “Zensursula”. Eine Online-Petition gegen das Sperrgesetz der damaligen schwarz-roten Bundesregierung unterzeichneten mehr als 130 000 Bürger.
Nachdem nun immer mehr Menschen in diese Gruppen eintreten und ihren Unmut äußern, wird sich die Ministerin mit Sicherheit überlegen, ob sie sich diesem ‘Druck’ aussetzen will.
Ob Ursula von der Leyen ins Schloss Bellevue einziehen wird, zeigt sich am 30. Juni – bis dahin wird die Anzahl der Mitglieder, die gegen Von der Leyen sind, von Tag zu Tag zunehmen. Die Frage lautet letztlich wer wird neuer Bundespräsident oder -präsidentin. Wen würdet ihr wählen? Einen Minister der Koalition oder doch lieber jemanden, der unabhängig von den aktuell regierenden Parteien ist und keine der jeweiligen Interessen vertritt?
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Tags: Bundespräsident > Facebook > Köhler > Social Media > Twitter > Zensursula
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Kommentare
2 Antworten zu “Zensursula: Wie Facebook & Co die Politik bestimmen”
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Juni 3rd, 2010 @ 10:51
Lieber einen Kaktus als ein “Röschen” für den vakanten Job des Bundespräsidenten!!!
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Juni 3rd, 2010 @ 11:02
Wenn, dann aber bitte einen aus dem “Outback”, keine Rudelpflanze ;-)
Liebe Grüße
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