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SEO – Die perfekte 404 Seite

Veröffentlicht am | Juni 7, 2010 | 7 Kommentare

Sicher seid ihr über die Meldung „404 File not found“ schon des Öfteren gestolpert. Eben genau dann, wenn ihr auf einer fremden Seite surft. Auf eurer eigenen Website ist es euch vermutlich noch nie passiert. Würde mich auch wundern, denn die solltet ihr wie eure Westentasche kennen. Den potenziellen Besuchern eurer Seite passiert dies tagtäglich. Wenn ihr nicht wisst, wie eure Seite aussieht, wenn ihr wissen wollt, was eure Besucher sehen, dann macht doch einfach die Probe aufs Exempel.

Klickt dazu irgendeine Unterseite eurer Website an. Geht danach in das Adressfeld des Browsers und löscht einen lediglich Buchstaben aus der dort angegebenen Adresszeile. Dann einfach F5 drücken und siehe da, es erscheint eine Fehlermeldung. Allerdings hoffe ich, dass euch nicht die standardmäßige „404 File not found“-Meldung. Sollte dies allerdings der Fall sein, solltet ihr an dieser Stelle schleunigst was für euer Online-Marketing tun.

Um euch diese “Schmach” zu ersparen, habe mich einmal hingesetzt und eine Art Pro und Contra-Liste zusammengestellt.

Die perfekte 404-Seite

  1. Fasse dich stets kurz.
    Die oberste Regel lautet bei der 404 Seite: Vermeide viele Worte. Jemand, der auf einer Fehlerseite gelandet ist, fühlt sich wie jemand, der sich im Wald verlaufen hat. Niemand würde dann auf die Idee kommen, die Bäume genauer zu untersuchen und nach Gattungen zu unterscheiden. Verliert euch also nicht allzu sehr mit der Erklärung, Erläuterung oder Entschuldigung. Nehmt den Besucher an diesem “Sprungbrett” bei der Hand und führt ihn wieder aus dem Tief des Waldes heraus.
  2. Passt eure 404-Seite an das gesamte Thema der Website an
    Das heißt: in denselben Farben und Schriften. Wichtig: Der Besucher soll sich nicht verloren vorkommen. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig das Firmen- oder Bloglogo, sowie die eigenen Daten anzugeben, einfach deshalb, weil der Besucher auch weiterhin wissen soll wo er sich befindet.
  3. Einfügen der Navigation.
    Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Navigation. Die 404-Seite sollte auch die jeweiligen Navigationselemente enthalten, die der Besucher zuvor vor Augen hatte. Auf diese Weise zeigt ihr dem Besucher gleich, wonach dieser sucht – und er kann sich mit einem Klick womöglich selbst aus der Sackgasse befreien.
  4. Einfügen eines Suchfelds  zur Volltextsuche
    Eine normale 404-Seite sagt dem Besucher, dass er eine Information nicht gefunden hat. Eine perfekte 404-Seite hilft dem Besucher dagegen bei der Suche. Deshalb solltet ihr dem Besucher im Zentrum der 404-Seite ein Suchfeld offerieren, in das er den gewünschten Begriff/Longtail eingeben kann.
  5. Integrieren Sie einen Link zur Startseite.
    Möglicherweise ist der Besucher von Google gekommen und möchte Ihr Angebot durch einen allgemeinen Überblick erkunden, wie sie ihn auf Ihrer Startseite anbieten.
  6. Verweist zur Sitemap
    Jede Website sollte über eine Sitemap verfügen. Viele Besucher benutzen gern eine solche Struktur – da sie ihnen hilft, schneller ans Ziel zu finden. Der Link zur Sitemap gehört also unbedingt auf Ihre 404-Seite.
  7. Persönlicher Kontakt
    So mancher Besucher ist womöglich schon vom erfolglosen Klicken genervt und freut sich, einen persönlichen Ansprechpartner erreichen zu können. Gebt dem Besucher eine Übersicht über verschiedene Kontaktmöglichkeiten, etwa einer Hotline, E-Mail-Adresse und möglicherweise auch mit einer Angabe darüber, wann man euch erreichen kann.

Führt den Besucher bei der Hand - zeigt ihm einen Ausweg

404-Seite: Das solltet ihr vermeiden!

Man kann jedoch auch sehr viele Fehler machen wie die folgenden Punkte zeigen.

  1. Keine Vorwürfe!
    „Bitte überprüfen Sie, ob Sie sich vertippt haben.“ Dass heißt nichts anderes als: „Du warst zu doof das Richtige zu finden.“ Das ist kein guter Start für eine Kundenbeziehung.
  2. Keine Entschuldigung.
    „Wir bitten um Entschuldigung“ – auch das ist falsch. Schließlich muss der Fehler nicht zwingend auf eurer Seite liegen. Ein solch deplatziertes Schuldeingeständnis wirkt nicht gerade vertrauenerweckend. Bedauern ausdrücken ist okay, Entschuldigen geht zu weit.
  3. Gründe und Ausflüchte.
    „Möglicherweise haben Sie sich vertippt, sind die Daten veraltet oder die Seite ist nicht mehr vorhanden.“ Mal abgesehen davon, dass man durch die Angabe eines Sammelsuriums von Gründen Ahnungslosigkeit dokumentiert. Aber auch solche Sätze lenken vom eigentlichen Ziel ab – dem Besucher schnellstens weiterzuhelfen.
  4. Falscher Humor.
    „Ups, Ihre Seite ist weg.“ Für den Betreiber der jeweiligen Seite ist es unter Umständen witzig und amüsant, ein vielleicht ohnehin schon genervter Besucher allerdings nicht. Deshalb müsst ihr bei humorvollen Seiten immer aufpassen, dass ihr eure Besucher nicht unnötig veralbert.
  5. Automatisch weiterverlinken.
    Manche Website-Betreiber halten es für eine gute Idee, den irregeführten Besucher einfach auf die Startseite weiterzusenden – mit einer automatischen Weiterleitung eben. Da heißt es dann: „Leider ist die von Ihnen gewünschte Seite nicht mehr vorhanden. Sie werden in 3 Sekunden zur Startseite umgeleitet.“ Nichts hasst ein Besucher mehr, als den Surf-Vorgang nicht selbst kontrollieren zu können und irgendwohin gesandt zu werden, wo er vielleicht nicht hinmöchte. Jeder Besucher möchte – wie in einem Kaufhaus auch – als “König” gesehen werden. Als Verkäufer geleitet man den Kunden indirekt zur gewünschten Ware. Nichts ist aufdringlicher und nervtötender als ein Verkäufer, der dem Kunden die Entscheidungsgewalt entzieht. Und genau darauf solltet ihr auch verzichten.

Diese Punkte sind meines Erachtens nach ein Stück weit wichtiger als die Beschreibung der “perfekten” 404-Seite. Diese leiten sich aus den zuletzt genannten Punkten ab. Eine 404-Seite ist ein Sprungbrett. Für viele SEOs ein Paradies, weil sie dort mal richtig die Sau rauslassen können. Der Besucher jedoch entscheidet sich in den meisten Fällen für einen “Neustart” – er beginnt erneut mit der Googlesuche. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig den Besucher nicht zu verärgern, sondern muss versuchen ihn auf der Seite zu halten.

Wie gestaltet ihr eure 404-Seite? Geht ihr auch so vor, oder verfolgt ihr andere vielleicht einfachere und kompliziertere Wege?

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Kommentare

7 Antworten zu “SEO – Die perfekte 404 Seite”

  1. TeneTours
    Juni 7th, 2010 @ 11:43

    Ich mag keine 404 Seiten, auch wenn sie noch so einzigartig gestaltet werden. Wird eine Seite nicht gefunden halte ich eine Weiterleitung auf die Startseite der jeweiligen Webpräsenz noch am sinnvollsten.

  2. PatrickW.
    Juni 7th, 2010 @ 16:25

    Ich muss zugeben, ich mag sie auch nicht. Während des Surfens klicke ich mal hier und mal da hin – lasse mich also des öfteren auch mal von netten Bildern & Co ablenken. Folgt dann eine Error 404 – Meldung, klicke ich die Seite in den meisten Fällen wieder weg.

    Bin ich aber auf einer Seite, wo ich nach etwas Bestimmten suche und dabei doch relativ viel Zeit verloren geht, bis ich mich durch die Navigation mit ihren Unterkategorien geklickt habe, um dann letztlich auf einer 404-Seite zu landen, würde mich eine Umleitung auf die Startseite so verärgern, dass ich die Seite verlasse.
    Hängt womöglich mit der Art der Seite zusammen. Auf einem Blog kehre ich sicher noch einmal zur Startseite zurück. In einem Online-Music-Store würde ich die Seite jedoch sofort verlassen und mich nach einer neuen Umschauen, einfach weil ich mich wie rausgeworfen fühle, zumal viele, die mit einer Umleitung arbeiten nicht einmal im entferntesten daran denken, dem Besucher mitzuteilen, dass er auf die Startseite umgeleitet wird – er wird einfach umgeleitet und findet sich beim “Ursprung” wieder. Ergo: Er geht!

  3. werk26
    Juni 9th, 2010 @ 09:54

    Ich finde eine direkte Weiterleitung per 301 ganz sinnvoll …

  4. PatrickW.
    Juni 9th, 2010 @ 22:41

    @werk26
    Mal eben auf meinem Blog vorbeischauen und einen Kommentar hinterlegen – so hab ich das wirklich gern ;-)

    Ah ja! Herzlichen Glückwunsch, Du hast den 100sten Kommentar auf Deeblog geschrieben!

    Liebe Grüße

    ps.: Eine 301 Weiterleitung ist immer gut, selbst Google empfiehlt sie. Wie ein Besucher auf eine Weiterleitung reagiert kann ich nicht sagen, wäre jedoch interessant zu wissen.

  5. SEO Tipps und Checkliste für Relaunch & Domainwechsel | Internet-Marketing Blog - News zu AdWords, SEO und Webanalyse
    Oktober 3rd, 2010 @ 13:31

    [...] Auch wenn man sich die größte Mühe gegeben hat, es tauchen immer Seiten mit einer 404-Fehlermeldung auf. Hier sollte man das Beste rausholen. Man kann sogar Fehlerseiten bauen, die dem Nutzer einen Mehrwert bieten und ihn nicht dazu zwingen die Website verärgert zu verlassen. Man muss an dieser Stelle aber auch unbedingt darauf achten, dass die 404 Statuscodes auch tatsächlich mit ausgeliefert werden. Wie die perfekte 404-Seite aussehen könnte kann man unter diesem Link nachlesen: Perfekte 404-Seite [...]

  6. Goldschmied
    Mai 12th, 2011 @ 18:15

    Auf der Suche nach Anregungen für die 404 Seite meiner Webseite habe ich gerade hier einmal vorbeigeschaut. Für mich scheint das alles Sinn zu machen, natürlich auch folgende Aussage: “Allerdings hoffe ich, dass euch nicht die standardmäßige „404 File not found“-Meldung. Sollte dies allerdings der Fall sein, solltet ihr an dieser Stelle schleunigst was für euer Online-Marketing tun.”

    Dann habe ich allerdings einmal die 404 Seite dieser Seite hier angeschaut, was sehe ich da!

    “Error 404 – Not Found”

  7. Kreuzfahrtblogger
    August 25th, 2011 @ 14:14

    Da ich eine seperate Suchseite mit der Googe-Suche im Blog habe, leite ich alle 404er direkt auf diese Suchseite weiter, das ist denke ich am sinnvollsten.

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  • Über den Autor

    About Me - Patrick Wienecke

    Mein Name ist Patrick Wienecke. Ich bin ein totaler Internet addict und Digital Native. Hier schreibe ich über Onlinemarketing, Filme, Musik & über den täglichen Wahnsinn. Neben dem Bloggen versuche ich mich gleichermaßen in der Musik- wie auch in der Podcastproduktion. Ansonsten bin ich einfach nur ein weiterer Webjunky, NCIS-Fan & Student, der hin und wieder alles verbloggt, was ihm vor die Füße gerät.

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