Fehlende Sicherheit bei Facebook: User springen ab
Veröffentlicht am | Mai 24, 2010 | 2 Kommentare
Nach einer etwas längeren Pause melde ich mich wieder zurück und setze euch gleich altbekannten Tobak vor die Füße. Einmal mehr lautet das Thema Facebook. Es gibt derzeit nicht einen Tag, an dem nicht über Facebook und die fehlende Privatsphäre auf der Plattform berichtet wird.
Seit Wochen wird der Umgang der Social-Networking-Site mit den Daten seiner Mitglieder kontrovers diskutiert. In einem Interview im Januar hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg eine Änderung der Profilanzeige mit der Behauptung gerechtfertigt, die herkömmliche Vorstellung von Privatsphäre sei eh überholt. Anfang des Monats kündigte die US-Wettbewerbskommission FTC an, die Datenschutzregeln von Facebook unter die Lupe nehmen zu wollen. Facebook zählt derzeit über 400 Millionen aktive Teilnehmer.
Das Sicherheitsunternehmen Sophos ist der Ansicht, dass sich Facebook-Mitglieder in wachsender Zahl Sorgen um ihre Privatsphäre bei dem sozialen Netzwerk machen. In einer Online-Umfrage wollte das Unternehmen von Facebook-Mitgliedern wissen:
“Glauben Sie, dass Sie Facebook aus Sorge um Ihre Privatsphäre verlassen werden?”
Die Anworten fielen überraschend negativ aus: An der Umfrage nahmen 1588 Mitglieder teil, von denen 60% angaben, dass sie mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit ihren Facebook-Account aus Sicherheitsmängeln löschen würden. 16% der Befragten gaben diesbezüglich sogar an, das Netzwerk aus genau diesem Grund bereits verlassen zu haben. Lediglich 24% bleiben dem Sozialen Netzwerk treu und schließen somit eine Abkehr von Facebook aus. (hier: Die Antworten)
Selbst Schuld?
In diesem ganzen Drüber und Drunter, den Debatten über fehlender Sicherheitsbestimmungen usw. sieht doch kein Mensch mehr durch. Ich habe es aufgegeben mich über die Änderungen und deren Veränderungen und Aktualisierungen zu informieren, wenn es nicht gerade um einen Blogeintrag geht.
Meiner Ansicht nach, sollte sich in erster Linie nicht die Frage nach fehlenden Bestimmungen zwecks Privatsphäre stellen, sondern vielmehr die Frage danach, ob die Menschen bereit sind, sich auf solchen Netzwerken zu ‘präsentieren’. Die meisten Mitglieder melden sich tagein – tagaus bei dutzenden Gruppen und Fanpages an und hinterlassen dem Netzwerkriesen etwaige Datenmengen und Informationen zur eigenen Person. Aber nein, es geht noch weiter. Neben dem aktuellen Gemütszustand, wird in Minutenabständen darüber informiert, wo man den Abend verbringt, in wen man gerade verliebt ist und welche CD man gerade hört.
Solange der Nutzer nicht von allein einsieht, dass all diese Bestimmungen nichts daran ändern, dass er selbst zu viel über sich preisgibt, ist jede weitere Diskussion sinnlos.
Bin ich damit allein, oder teil jemand von euch die gleiche Meinung?
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Kommentare
2 Antworten zu “Fehlende Sicherheit bei Facebook: User springen ab”
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Mai 25th, 2010 @ 00:14
Ich denke auch, dass viele Leute einfach viel zu freizügig mit ihren Daten oder Informationen aus ihrem Leben umgehen. Man muss einfach auch etwas weiter denken und sich darüber bewusst sein, dass es selbst bei den besten Datenschutzbestimmungen zu Situationen (Software-Fehler, Daten-Diebstahl, Hacking, Verkauf durch nicht integere Mitarbeiter,…) kommen kann, in denen die Daten eben nicht sicher sind. Und auch in dem Moment, in dem ich etwas von mir zur Veröffentlichung freigebe, müssen mir die evtl. späteren Folgen und Auswirkungen bewußt sein. Es gibt eben Dinge, die keinem etwas angehen – und wenn ich diese Dinge dann eben mit einer begrenzeten Personengruppe teilen will, stelle ich diese Informationen nicht ins Internet.
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Mai 25th, 2010 @ 00:28
Sehr interessant sind in diesem Zusammenhang auch die “Gruppen” und “Fanpages” auf Facebook.
Einerseits ist es witzig sich gewissen Gruppen und Seiten anzuschließen. Sobald man an einem Tag aber mehr als 5 Gruppen beitritt und 3 Seiten folgt, dann ist das schlichtweg zuviel.
Nur die wenigsten wissen, dass mit jedem Gruppenbeitritt Daten übermittelt werden, die dann in Form von ‘persönlichen Werbeanzeigen’ auf der rechten Seite eingeblendet werden.
Aber nicht nur das, trete ich eine Gruppe bei, die “Ich muss wohl auf Drogen gewesen sein, als ich mich damals in dich verliebt habe” heißt, dann spiegelt das mehr als nur ein einfaches “… ich fand die Seite cool” wieder.
Gegen Facebook spricht an dieser Stelle aber der Punkt, dass man mit der Anmeldung zu 100% abgeschirmt sein muss und erst durch die manuelle Veränderung offener wird und somit werden kann.
Solange aber beide Seiten nicht einsehen oder einsehen wollen, dass die eine Fraktion öfter überlegen sollte, bevor gepostet wird und die andere, dass jedem User diese Privatsphäre auch garantiert wird – im Vorfeld.
Vielleicht sind wir als Menschen noch nicht bereit für eine solche Entwicklung. Man kann es immer wieder daran erkennen, wenn 15jährige Jungen glauben, der heiße Chatkontakt ist 14 und weiblich …
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