Twitter mit eigenem Werbeprogramm: Promoted Tweets
Veröffentlicht am | April 14, 2010 | 4 Kommentare
Lange lange ist es her, dass ich über Twitter und seinen Plänen berichtet habe. Neben “DasErste”, das bereits am gestrigen Tag diese Meldung herausgeschickt hat, bestätigt nun auch das Magazin t3n.de diese Meldung, die mittlerweile auch von der New York Times bestätigt wurde, dass der Microbloggingdienst Twitter ab sofort mit einem eigenen Werbeprogramm Geld verdienen möchte. Heute ist es nun soweit und Twitter stellt das Programm, dass auf den Namen “Promoted Tweets” hört, vor.
Die Werbe-Tweets werden zunächst nur bei den Suchanfragen auf Twitter.com eingeblendet, sollen später aber auch an die vielen Clients weitergereicht werden.
Da der erste Artikel zum Thema bereits gestern abend von mir geschrieben wurde, konnte ich noch keine Details berichten. Dem möchte ich mit dem zweiten Artikel Abhilfe schaffen. Im Prinzip möchte ich auf einige ausgewählte Fragen eingehen.
Zunächst wäre meiner Ansicht nach wichtig zu klären, was eigentlich hinter dem Begriff “Promoted Tweets” steckt und wie das Ganze funktionieren soll.
Promoted Tweets – Wer, wie, was?
Die „Promoted Tweets“ basieren auf gebuchten Keywords, mit denen die Werbekunden von Twitter ihre Botschaften in einen relevanten Kontext betten können. „Die Idee hinter den Prometed Tweets ist, dass wir die Kommunikation verbessern wollen, die Unternehmen schon jetzt mit ihren Kunden bei Twitter haben“, erklärt Dick Costolo, Chief Operating Officer bei Twitter.
Heißt im endeffekt nichts anderes, als dass man sich die bereits bestehenden Verbindungen zwischen “Kunde” und “Merchant” zu nutze macht und einfach in diese “Kommunikationskette” Werbung einbaut.
Eine andere wichtige Frage, die sich mir stellt ist, welche Firmen, Merchants, nehmen an diesem Programm teil und wie sieht bzw. soll das Ganze ausehen?
Merchants – Wer spielt mit?
Zu den ersten Kunden des neuen Werbeprogramms werden Best Buy, Virgin America, Starbucks, Sony Pictures, Red Bull und Bravo gehören. Weitere sollen dann später folgen. Die Aussichten dafür stehen sicher nicht schlecht, denn Twitter ist mit seinen rund 22 Millionen Unique Visitors eine starke Präsentationsplattform. Wobei bei dieser Anzahl die Nutzer der Desktopclients und der Smartphones nicht mit inbegriffen sind. Schafft es Twitter diese Anwendungen elegant einzubeziehen, würde sich die potentielle Zielgruppe der Werbekunden schlagartig vervielfältigen. Wenn zudem diese Zielgruppe auch dazu bewegt werden kann, sich in dieses System einzufügen und sogar daran teilzunehmen, dann steigt nicht nur die Zahl der Werbekunden, sondern es würde sich der potentielle Gewinn aus dieser Zeilgruppe ernorm steigern.
Neben meinen bisherigen Fragen stellen sich auf noch weitere Fragen, die aber für mich im Moment weniger interessant sind, weil sie bei jedem anderen Werbemodell gleich oder ähnlich funktionieren. (Kundenüberprüfung, Viewauswertungen, Käufe usw.) Aber letztendlich stellt sich mir eine noch wichtigere Frage:
Wie geht es weiter?
Ich habe bereits in meinem ersten Artikel zum Twitter Werbeprogramm einige Thesen formuliert und Fragen gestellt. Aber nichtsdestotrotz möchte ich auch an dieser Stelle nocheinmal dieses Vorhaben hinterfragen.
An ersten Stelle steht hier sicherlich die Integration der Promoted Tweets in die Streams der Nutzer, denn nur so kann Twitter sein gesamtes Potential ausschöpfen. Aber genau darin liegt wohl auch die größte Gefahr und Herausforderung. Es gilt ein Modell zu finden, mit dem alle Beteiligten leben können. Die Schwierigkeit liegt nicht nur darin, die notwendige Akzeptanz bei den Usern zu erreichen, sondern viel grundsätzlicher in der Ausrichtung: Welche Faktoren sollen darüber entscheiden, welche Werbe-Tweets in welche User-Stream geschüttet werden?
Was haltet Ihr von den Promoted Tweets? Ist Twitter auf dem richtigen Weg? Und welche Faktoren würdet Ihr für die Integration in die User-Streams auswählen?
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Kommentare
4 Antworten zu “Twitter mit eigenem Werbeprogramm: Promoted Tweets”
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April 14th, 2010 @ 22:30
Tja, und da sage noch jemand von den Kritikern das twitter nur ein kleines Aufbäumen eines bereits Todgeweihten dotcom Unternehmens ist. Ich finde twitter gar nicht mal so übel und habe auch einige deren tweets ich sehr gerne lese. Inwieweit ich jetzt gewillt bin mir Werbung seitens twitter selbst anzutun weis ich noch nicht. Wenn sich das ganze im Rahmen hält ist dagegen sicher nichts einzuwenden, deshalb warte ich hier noch ab was die Zukunft uns bringt.
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April 14th, 2010 @ 22:43
@ TeneTours
Immer wieder ein guter Punkt. Ich hab jedesmal diese Schlagzeilen im Kopf “niedliches zwitschern”, “kleiner Vogel” …
Wie wir nun alle sehen, ist Twitter längst nicht mehr der kleine Vogel. Viele nutzen den Dienst mittlerweile als “Blogersatz”. Es gibt Themen, für die kann man sich nicht aufrappeln und einen Artikel schreiben, aber sie sind dennoch zu wichtig um einfach vergessen zu werden. Also bedient man sich der 140 Zeichen und twittert was das Zeug hält – klar!
Was mich aber stören würde wäre, wenn ich in meinem Stream der Followernews Werbeblöcke sehen würde. Es ist schon nervig genug, wenn wieder einer der eigenen Follower das eBook und dessen Verbreitung für sich gefunden hat. Wenn zudem noch Werbung für Spülmaschinen oder ähnliches, an dem ich im Moment kein Bedarf habe auftauchen, dann stehe ich vor der Überlegung mich abzumelden.
Bisher läuft alles weitgehend gut, wenn man auf seine Follower achtet, nicht sinnlos alles und jedem folgt und den Wert auf Qualität als auf Quantität setzt. Wir werden sehen – ich bin sehr gespannt, was da auf uns zu kommt, und vor allem, was weiterhin noch kommen wird!
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April 15th, 2010 @ 11:05
Dass Twitter sich zu einem so gewaltigen Erfolg entwickelt, hätte wohl wirklich niemand gedacht. Am Anfang stand wohl noch die Frage im Raum, wer den neuen Dienst überhaupt nutzen würde, bzw. ob es nicht einfach nur eine nutzlose Spielerei sei. Heute kann davon natürlich keine Rede mehr sein. Twitter hat sich sehr positiv entwickelt und es stellt sich nun natürlich die Frage, ob hier Werbung wirklich nötig ist, oder ob sie das bisher gut funktionierende System nicht eher stören würde.
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April 15th, 2010 @ 19:20
Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich von dem Vulkanausbruch über Twitter zuerst erfahren habe – englische Follower ;-)
Auf diese Weise kann ich auf einfache Art und Weise mit Menschen auf der ganzen Welt kommunizieren. Solange mich die Werbung nicht massiv stört, habe ich damit kein Problem. Die Frage ist nur, ab welchem Zeitpunkt übersteigt es das Maß der Dinge?
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