Elektrischer Reporter: Real Time Web
Sonntag, Februar 7, 2010 12:00Das Leben, so wie es die Meisten von uns seit Jahren oder besser seit Jahrzehnten kennen, wird wohl schneller als vielen lieb ist weichen und durch ein mobiles, personalisiertes Leben – ganz im Sinne des Web 2.0 – ersetzt werden. Nachrichten werden morgens nicht mehr der Zeitung entnommen, sondern man verschafft sich mit einer 5 minütigen Twittersitzung einen groben Überblick über das Tagesgeschehen. Die nachmittlaglichen Verabredungen werden nicht mehr durch den “Face-to-Face” – Kontakt beschlossen, sondern werden vielmehr mit anderen Menschen auf Sozialen Netzwerken wie etwa Facebook oder Myspace diskutiert.
Der heutige Artikel – nebenbei bemerkt ein sehr schönes Sonntagsthema – dreht sich um das, wie wohl jeder bereits meiner Einführung entnehmen konnte, Real Time Web. Ich möchte nicht groß und breit erklären was ich oder im Prinzip alle darunter verstehen oder wo das Ganze hinführen wird. Nein (!) Ich wollte lediglich einen kurzen Artikel schreiben, der das neue Video vom Elektrischen Reporter (ZDF) abrundet und bei einigen hoffentlich Interesse weckt.
Ich habe durch Zufall damals vom Elektrischen Reporter erfahren, als sich der Begriff “Nerds” nach und nach mehr in den Sprachgebrauch integriert hat. (Hier zum Video von “Elektrischer Reporter: Nerds – Weltretter mit Hornbrille”)
Heute geht es allerdings weniger um Nerds, sondern mehr um die aktuellste Episode aus der ZDF-Schmiede. “Real Time Web: Alles im Jetzt.”
Darin geht es grundlegend darum, dass sich die Aufmerksamkeit im Web fort von statischen Webseiten und hin zu einem dynamischen und unaufhörlich fließenden Nachrichten- und Ereignisstrom bewegt, den die Nutzer selbst über Twitter oder ihre Facebook-Statusmeldungen erzeugen: Gedanken, Ideen, Emotionen, Nachrichten, Bilder und Videos – alles landet im Augenblick des Entstehens im neuen Echtzeitweb.
Eine Entwicklung, die sich in Deutschland vor nicht allzu langer Zeit abspielte, entsprang dem Web 2.0. Deutsche Studenten streikten in und um Universitäten. Ermöglicht wurde dieses nationale Unterfangen durch Dienste wie Facebook, Twitter und Youtube. All diese “neuen” Medien trugen einen kleinen dazu bei, dass dieser Streik auch durchgeführt werden konnte. So hielt sich in Deutschland der Hashtag “Ubibrennt” wochenlang auf der Twitterstartseite.
So kommt es, dass neue Debatten in null-komm-nichts entstehen und offenbar zu Trends werden. Ein Vielzahl neuer Anwendungen nutzt die so entstehenden Inhalte als eigenen Rohstoff, den sie filtern, auswerten und damit beherrschbar machen. Den Medien dagegen bleibt selbst kaum noch Zeit auf das Geschehen in der Welt zu reagieren, beim Kampf um die Nachrichtenhoheit haben sie einen weiteren Konkurrenten: Den twitternden Nutzer am Ort des Geschehen. Kritiker sehen als Ergebnis dieser Beschleunigung am Ende den totalen Stillstand, weil die Nutzer schlicht überfordert werden. Der Elektrische Reporter begibt sich hinein ins Realtime Web und geht den neuen Phänomenen dort auf den Grund.
So nun genug der großen Worte. Was nützt es euch den Ganzen kram zu berichten, wenn ihr es euch genausogut anschauen könnt.
Hier der Link zum Video | Elektrischer Reporter: Realtime Web – Alles im Jetzt
Was meint ihr? Werden wir zu abhängig vom Internet? Ist die Entwicklung positiv zu beurteilen? Was auch immer – sagt mir eure Meinung.

