Facebook: Weniger Datenschutz sei zeitgemäß

Dienstag, Januar 12, 2010 13:58

Kaum zwei Wochen ist es her, da habe ich meinen letzten Artikel zum Thema Facebook veröffentlicht. Darin ging es um 5 wichtige und einfache Tipps, wie man (ihr) sich (euch) durch kleine Handgriffe vor der Durchsichtigkeit im Social Network namens Facebook schützen kann. Dieses Thema, welches mittlerweile schon oft auf Deeblog angesprochen wurde, scheint meine Leser zu interessieren, ansonsten verstehe ich den Traffic nicht, der auf diese Seiten führt. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Gestern öffne ich im alltäglichen Trott meinen Browser um kurz auf diversen Newsseiten das aktuelle Geschehen aufzuschnappen. Politische Debakel hier, Konjunkturschwankungen im Jahr 2012 da. Aber nicht zu übersehen war folgende Überschrift: Facebook-Gründer: “Weniger Datenschutz sei zeitgemäß!” Um Euch einen kurzen Überblick zu geben, habe ich den Artikel einmal kopiert und veröffentlich ihn einmal auf meiner Seite.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg äußerte sich in einem aktuellen Interview zu den Datenschutzbestimmungen eines der größten sozialen Netzwerke überhaupt. Er bezeichnete dabei auch den Rückgang des Datenschutzes als Reaktion auf die sich verändernde soziale Einstellung der meisten Menschen.

Das soziale Netzwerk Facebook, das nach eigenen Angaben über 350 Millionen registrierte Nutzer umfasst, änderte erst im Dezember des letzten Jahres die Datenschutzrichtlinien. Demnach können die Nutzer des Netzwerks nunmehr darüber bestimmen, welche persönlichen Informationen sowie Fotos oder Statusmeldungen wem zugänglich sind. Unterschieden wird dabei etwa zwischen dem direkten Freundeskreis, Freundes-Freunden sowie dem gesamten Netzwerk. Auch die Einteilung in weitere Gruppen ist möglich. Als Voreinstellung wählte Facebook jedoch, alle Daten öffentlich zugänglich zu machen. Erst wenige Monate davor – zum Jahresanfang 2009 – machte Facebook mit geänderten AGB auf sich aufmerksam. In den neuen Nutzungsbedingungen stand unter anderem, dass Facebook die Daten der eigenen Nutzer für kommerzielle Zwecke verwenden könne, selbst wenn das entsprechende Facebook-Profil gelöscht würde. Nach harscher Kritik der User an den AGB wurden diese zurückgezogen. Datenschutz und Privatsphäre sind jedoch weiterhin ein heikles Thema des sozialen Netzwerkes.

Wie der Facebook-Gründer und größte Anteilseigner Mark Zuckerberg über derlei Dinge denkt, ging nun aus einem etwa sechsminütigen Interview hervor. In diesem erklärte Zuckerberg, dass sich das öffentliche Empfinden darüber, welche Informationen privat und welche öffentlich seien, in den letzten Jahren geändert habe. „Als ich in meinem Zimmer in Harvard mit Facebook begann, fragten sich viele Menschen, warum sie überhaupt Informationen über sich ins Web stellen sollen. [...] Menschen sind einverstanden damit, Informationen über sich mit anderen zu teilen und werden immer offener zu immer mehr Menschen. Die sozialen Normen hier haben sich in der Zeit entwickelt“, so Zuckerberg. Ein verringerter Datenschutz sei demzufolge nur eine Konsequenz sich ändernder gesellschaftlicher Regeln. Facebook sei in diesem Gefüge quasi dazu gezwungen, die Software des sozialen Netzwerks „so anzupassen, dass sie widerspiegelt, wie die sozialen Normen gegenwärtig sind.“ Würde Zuckerberg heute mit Facebook starten, wären alle Informationen direkt per Voreinstellung öffentlich zugänglich, so der Facebook-Gründer.

Für übersteigerte Empörung sorgte unterdessen ein fälschlicherweise Zuckerberg zugeschriebenes Zitat. So überschrieb das Webblog „Read Write Web“ seinen Artikel damit, dass Zuckerberg das Ende des Datenschutzes ausrief. Obwohl man Zuckerberg eine gewisse Sympathie mit dieser Aussage unterstellen könnte, hat er das jedoch nie wörtlich gesagt. Er muss sich allerdings fragen lassen, ob die von ihm proklamierten Änderungen Facebook wirklich zum Handeln zwingen oder gerade ein Resultat der Gepflogenheiten sind, die das soziale Netzwerk seinen Usern immer wieder versucht aufzudrücken. Oft wissen Nutzer nicht, dass sie private Daten jedermann zugänglich machen und was dies für Konsequenzen hat. Wäre ein soziales Netzwerk wirklich sozial, würde es wohl vieles verhindern und nicht fördern.

(Quelle: http://www.computerbase.de/news/internet/webdienste/2010/januar/facebook-gruender_weniger_datenschutz/)

“Weniger Datenschutz ist zeitgemäß!”

Wie in dem Artikel bereits erwähnt, äußerte sich Mark Zuckerberg sehr “zukunftsorientierend”. Ob er das alteingestandene Sprichwort “Weniger ist mehr” dabei im Kopf hatte, als er die Meinung vertrat, dass weniger Datenschutz zeitgemäßer sei, kann ich nicht beantworten. Aber möglich wäre es.

Ich beobachte die Entwicklung der Privatsphäre auf Facebook nun schon seit Bekanntgabe der Änderungen der AGB’s. Sofort habe ich mich schlau gemacht.

  • Wer kann mein Profil anschauen
  • Wie sieht mein Profil für andere aus
  • Ist mein Profil über Google oder anderen Suchmaschinen zu finden
  • Welche Daten werden veröffentlicht

Das sind nur einige Fragen die ich mir gestellt habe. Mittlerweile bin ich immernoch auf Facebook unterwegs, was allerdings nur daran liegt, dass ich dort viele Kontakte habe und pflege, die mir am Herzen liegen und es als Social Network in dem Sinne auch einen nette Möglichkeit ist sich mit anderen auszutauschen.

  • Aber inwieweit ist es gerechtfertigt, dass meine Pinnwandeinträge mit der Anmeldung für jedermann sichtbar sind?
  • Warum muss ich als Nutzer erst meine Privatsphäre einstellen? Warum wird mir nicht von Beginn an eine komplette Privatsphäre zugesichert, die ich dann nach persönlichem Ermessen erweitern oder lockern kann.

Daher meine direkte an Euch: Was haltet ihr von der Veränderung in diesem Bereich? Ist weniger Datenschutz zeitgemäß? Sollte jeder Internetnutzer nur weil er Internet hat gleichzeitig transparent sein?

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