Im Strom der Zeit – Der alltägliche Wahnsinn und seine Folgen
Veröffentlicht am | Dezember 7, 2009 | Kein Kommentar
Wir schreiben das Jahr 2009. Neun Jahre sind seit der Milleniumswende vergangen. Vieles hat sich geändert. Vor allem die Einstellung zu den neuen Medien wie dem Computer und somit auch dem Internet.
Vor einiger Zeit war es der Traum eines jeden Kindes einen eigenen Fernsehapparat im Zimmer stehen zu haben. Allerdings vollzog sich hier die Wende. Statt des TV-Gerätes wollen immer mehr Kinder einen Computer im Zimmer haben. Am besten mit einem Internetanschluss.
Das Spiegelt sich auch in dem Verhalten von Lehrern wieder, die sich als Propheten, als Missionare der neuen Medien verstehen.
Selten versteht die Lehrerschaft selbst etwas über den Pc, das Internet oder die Programme, die die Schüler nutzen sollen. So kommt es häufig zu folgender Aussage: „Informiert euch über Goethe und schreibt einen Steckbrief zu seiner Person – am Computer bitte!“.
Der Grund weswegen der Computer genutzt werden soll, soll an dieser Stelle keine Rolle spielen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist nur, dass es derzeit als selbstverständlich angesehen wird, dass jeder Schüler einen Computer mit einem Internetanschluss hat, es allerdings immer noch mehr als genug Familien gibt, die sich diese Art des Luxus nicht leisten können. Für sie ist wichtiger etwas Käse und Brot auf den Tisch legen zu können.
Die Schule setzt es voraus, also muss es so sein und niemand kann gegen diesen Umstand etwas sagen – schließlich müssen die Kinder die Schule besuchen, ob nun mit oder ohne Internet. Einziger Unterschied: Schüler ohne Internet sind durchaus benachteiligt, gegenüber derjenigen mit einem Anschluss.
So ist gegen jede politische Aussage wieder einmal beweisen, dass Bildung hierzulande eine Sache des Geldes ist. Vor allem Schüler eines Gymnasiums bringen sehr häufig ein „Infoschreiben“ mit nach Hause, in dem die Eltern aufgefordert werden einen Betrag in Höhe von 36,- Euro für die Neuauflage eines Atlanten zu zahlen. Bei dieser Gelegenheit möchte der Lehrer die Eltern weiterhin darüber informieren, dass die Studienfahrt in diesem Jahr nach England gehen wird und ein Betrag von etwa 400 Euro fällig wird. Aber noch nicht genug. Für die Fächer Französisch, Englisch und Deutsch werden weitere Lektüren benötigt. 8€ für Französisch, etwa 10€ für das Fach Englisch und circa 13€ für Deutsch. Somit müssen auch hier noch einmal 31€ gezahlt werden.
Daher kann man getrost sagen, dass die „Schulrechnungen“ lästiger als jede Stromrechnung sind.
Aus diesem Grund kann ich mich derzeit nicht hinter die Lehrerschaft oder dem Schulsystem, so wie es jetzt ist, stellen, die so versuchen den Schülern den Umgang mit dem PC in einer sinnvollen Art und Weise näher zu bringen.
Problem ist weniger, dass die Schüler meist kein Internet oder einen Computer haben, sondern das die Lehrer in den wenigsten Fällen wissen, was sie vom Schüler verlangen.
Wenn man die Suchmaske der Suchmaschine „Google“ öffnen kann, ist man schon ein halber Profi. Dann sucht man nach dem gewünschten Beitrag, Bild oder was auch immer gesucht wird. Was gefunden wurde, ist richtig und muss vom Schüler auch so erbracht werden – und nicht anders.
Das hierbei nur wenige Lehrer es schaffen den Text zu kopieren und in ein Programm etwa Word oder Open Office einzufügen, geschweige denn eine Email zu schreiben, dann kann man das wohl oder übel nicht vernachlässigen. Daher müssen die Lehrer ebenfalls „gelehrt“ werden, dann dürfte es auch Problem mit dem Login mehr geben.
[…] Teil I
Ich hoffe der Beitrag war einigermaßen interessant, sodass ihr mehr über dieses Thema oder meiner Kolumne im Allgemeinen erfahren wollt.
Ich schreibe in unregelmäßigen Abständen über ein spezielles Thema, dass mich gerade beschäftigt. Etwa über das Internet, den Computer, dem Leben oder eben wie in diesem Beitrag der Bildung. Stets nach dem Motto: „Im Strom der Zeit“.
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