Facebook – Keine Privatsphäre der User?
Veröffentlicht am | Dezember 2, 2009 | Kein Kommentar
„Frau/Herr XY bietet dir die Freundschaft an.“ Mit dieser einfachen Frage beginnt der Privatdatenhandel auf der derzeit begehrtesten Community Facebook. Mit Annahme einer Freundschaft hat der jeweilige User einen kompletten Überblick über die persönlichen Details, die bereits bei der Anmeldung eingegeben wurden. XY ist Single, hat am Gymnasium in der Stadt YZ das Abitur gemacht und lebt seit 3 Jahren in Buxtehude. Das allerdings auf die Pinnwandeinträge und dergleichen nicht vor den Freunden versteckt werden können, kann also jeder die privatesten Geschehnisse verfolgen und das ganz offiziell, weil der Nutzer bei der Anmeldung einverstanden war.
Aber es ist Zeit für Veränderungen auf der Plattform, so der Facebook-Gründer Mark Zuckenberg.
350 Millionen Menschen sind mittlerweile weltweit bei dem Online-Netzwerk angemeldet. Diese neue Rekordzahl verkündet Facebook-Chef Mark Zuckerberg jetzt in einem Blog-Eintrag. Umstritten unter den Mitgliedern ist allerdings schon seit längerer Zeit, ob die Community die Privatsphäre ihrer Nutzer ausreichend schützt. Die Kritik: Es ist zu schwierig, die entsprechenden Einstellungen zu verändern.
Eigentlich ist Facebook unkompliziert: Die Anmeldung funktioniert mit wenigen Klicks, danach erstellt man problemlos ein Profil, schreibt Statusmeldungen oder veröffentlicht Links, Fotos und Videos. Problematischer wird es jedoch, wenn man diese Informationen nicht mit allen Kontakten im eigenen Netzwerk teilen will: Manches ist möglicherweise nur für enge Freunde bestimmt, manches speziell für Kollegen, manches hingegen will man allen mitteilen.
Einfachere Einstellungen
Das soll künftig viel einfacher werden, verspricht Zuckerberg. Es wird nun möglich sein, bei jeder Statusmeldung und jedem Link festzulegen, wer sie sehen kann. Das soll zum Beispiel verhindern, dass private Urlaubsfotos auch Kollegen angezeigt werden. Facebook hatte dies bereits im Juli angekündigt, Zuckerberg vermeldet jetzt die Umsetzung – sie soll „in den nächsten Wochen“ erfolgen.
Im Zuge der Neuregelungen schafft Facebook auch ein Relikt aus den Anfängen der Community ab: In Zukunft wird es keine regionalen Netzwerke auf Länderebene mehr geben (nicht zu Verwechseln mit den jeweiligen nationalen Sprachversionen von Facebook). Diesen konnte ein Mitglied bisher auf Wunsch beitreten – zum Beispiel dem regionalen Netzwerk Deutschland, Indien oder China.
Plattform zu groß für Regionalprinzip
Das machte früher Sinn, als Facebook deutlich weniger User hatte und nur wenige von ihnen außerhalb der USA lebten. So konnten sich alle Mitglieder aus einem bestimmten Land vernetzen – und gegenseitig Fotos, Statusmeldungen und Links ansehen. Fast 50 Prozent der Facebook-User gehören einem regionalen Netzwerk an, schreibt Zuckerberg.
Doch heute ist die Plattform dafür zu groß geworden, manche dieser regionalen Netzwerke haben Millionen Mitglieder – und diese könnten ihre Privatsphäre „nicht mehr ausreichend kontrollieren“, so der Chef der Community.
Nutzungsform/-Anteile der Facebookuser
Wie die User von Facebook das Netzwerk nutzen, zeigt folgende Grafik. (noch aus dem Jahr 2007)
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