Nokia Booklet 3G im Test – Luxus mal ganz anders
Veröffentlicht am | November 19, 2009 | Kein Kommentar
Nokias Einstieg in den Netbookmarkt bringt frischen Wind in das Kleinrechner-Segment. Der Hersteller setzt beim Booklet 3G auf ungewöhnliche Hardware, die in dieser Form kaum ein Konkurrenzmodell anbietet. Das schlägt sich auch im Preis von 700 Euro nieder.
Warum das Netbook allerdings unglaublich Ähnlichkeiten in der Namenbeschreibung “3G” mit dem iPhone 3G hat weiß bis jetzt keiner. Der Einleuchtendste Grund ist der ebenfalls überteuerte Preis, der auch schon beim iPhone bemängelt wurde. Was allerdings am Nokia Booklet 3G
heraussticht solltet ihr euch trotzdem anschauen.
Inhalt
* Leistung: Die etwas andere Hardware
* Sehr gute Akkulaufzeit und absolute Laufruhe
* Bedienung: Durchdacht
* Anschlüsse und Verarbeitung: Hochwertig
* Fazit: Nicht von der Stange
Leistung: Die etwas andere Hardware
Bei der Bildschirmdiagonalen hält sich Nokia noch an den Netbookstandard von 10,1 Zoll. Die Auflösung hingegen fällt mit 1.280 x 720 Pixeln bereits größer aus als bei den Displays der meisten Konkurrenzmodelle. Der Bildschirm des Testgerätes weist allerdings einen leichten Defekt auf – daher folgt die endgültige Bewertung erst, sobald das Ersatzgerät die Redaktion erreicht.
Im Inneren des Booklet 3G arbeitet ein Intel Atom Z530-Prozessor. Der Hersteller gibt für die CPU eine Thermal Design Power (TDP) von nur 2,2 Watt an, der Takt liegt bei 1,60 Gigahertz. Ein handelsüblicher Atom N270 mit vergleichbarer Leistung verbraucht immerhin 2,5 Watt. Zusammen mit dem ungewöhnlichen Prozessor kommt auch der passende Chipsatz zum Einsatz: Der verwendete Intel US15W verbraucht gemeinsam mit dem Prozessor weniger als fünf Watt im laufenden Betrieb.
Auch bei der Festplatte beschreitet Nokia eigene Wege und verbaut anstatt des üblichen 160-Gigabyte-Datenspeichers eine Festplatte von Toshiba mit 120 Gigabyte. Der Datenträger fällt mit 1,8 Zoll deutlich kleiner aus als die üblichen 2,5-Zoll-Geräte und dreht nur mit 4.200 Umdrehungen in der Minute. Dadurch verringert sich die Schreib- und Leserate drastisch. Der Arbeitsspeicher hingegen entspricht mit einem Gigabyte RAM Netbook-Standard. Sämtliche Komponenten kann der Nutzer weder erweitern noch auswechseln.
Festplattengeschwindigkeit 120GB HDD (HD Tune) Minimum Maximum Durchschnitt Zugriffszeit 16,4 MB/sek. 39,8 MB/sek. 30,2 MB/sek. 19,0 ms
Sehr gute Akkulaufzeit und absolute Laufruhe
Bei der Akkuleistung macht sich die ungewöhnliche Hardware-Zusammenstellung bezahlt. Zwar bietet der Akku nur vergleichsweise schwache 3.840 Milliampere, der Stromspeicher verfügt jedoch über 16 Zellen. Dadurch erreicht das Netbook ansehnliche Laufzeiten von über acht Stunden im Büroeinsatz und rund fünfeinhalb Stunden im Filmbetrieb. Das Nokia Booklet 3G verrichtet lautlos seinen Dienst. Nur bei starker Beanspruchung der Festplatte fallen erste Arbeitsgeräusche auf. Nokia verzichtet gänzlich auf einen Lüfter. Unter Last wird das Netbook dennoch nur handwarm – das Alugehäuse leistet ganze Arbeit.
Bedienung: Durchdacht
Die Tastatur rückt Nokia bis an den oberen Rand des Gehäuses. Damit bleibt genug Platz für Handballenauflage und Touchpad. Die Tasten des Keyboards fallen im Vergleich zu anderen Netbooks sehr klein aus, dennoch stellen Vertipper die Ausnahme dar. Dafür sorgt reichlich Abstand zwischen den Tasten, außerdem nimmt die Tastatur nur rund die Hälfte der Grundfläche ein. Auch die große, rechte Shift-Taste erreicht der Anwender ohne Probleme. Ein Mangel trübt den sonst guten Eindruck: Unverständlicherweise tauscht Nokia die Position von Steuerungs- und Funktions-Taste.
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